Interessantes zum Familiennamen Schmid
Schmidt-Schmitt-Schmied-Schmid
Der gewissermaßen normale Schmidt schreibt seinen Namen mit dt. Warum, ist schwer bzw. nicht zu sagen: Die Ortographie ist eine noch junge Wissenschaft. Wer im 17., 18. Jahrhundert schrieb, war in seinen Entschlüssen, wie er das machen wollte, ziemlich frei. Offenbar empfand man im Barockgeschmack der Zeit das dt als besonders hübsch und, da der Schmied - mittelhochdeutsch "smit" - mit kurzem i gesprochen wurde, auch sehr passend.
"Schmidt" mit dt werden über 80 Prozent der deutschen Schmiednamen geschrieben.
"Schmitt" mit doppelten t sind's 11 Prozent; man findet sie vorwiegend auf der Linie Würzburg - Mannheim - Kreuznach - Trier.
"Schmid" schreiben sich 7,5 Prozent; sie sind in Württemberg daheim und auch in Bayern.
Die "Schmied" und die äußerst seltenen "Schmit" und "Schmith" und Smidt" teilen sich den Rest.
Als rheinische Vettern sind dazu die - insbesondere Kölner - "Schmitz" zu zählen; Schmitz ist nichts weiteres als der Genitiv zu Schmitt: (der Sohn) des Schmitts.
Entstehung von Familiennamen (Bsp. Schmid)
Ob man "Schmidt" oder "Schmitt" oder auch "Schmith" schreibt, der Sinn des Namens ist immer derselbe: irgendein früher Vorfahre ist Schmied gewesen.
Und wurde deshalb "Heinrich der Schmied" genannt, zwecks Unterscheidung von den anderen Heinrichen des Dorfes:
vom Heinrich Künzel (dessen Vater Konrad, Kunz geheißen hat),
vom Heinrich Berger (der am Berg wohnte),
vom Heinrich Schwarzkopf (der auffalend schwarze Haare hatte).
Beruf, Name des Vaters, Wohnort oder Herkunft und auffalende Eigenschaften - das sind die fünf Quellen, aus denen unsere Familiennamen kommen.
Bis sie zu echten, richtigen Familien-Namen werden, vergeht geraume Zeit. Die ersten Beinamen tauchen im 12., 13. Jahrhundert auf, als durchaus unverbindliche, nur sozusagen nähere Bezeichnungen. Erst im 14., 15. Jahrhundert wächst solch ein Name allmählich der Familie an und vererbt sich fort vom Vater auf die Kinder.
Im ganzen Land vielfach vertreten, im ganzen Lande gleich genannt, konnten die Schmiede ihren Namen so erfolgreich durchsetzen, daß heute - man kann es nicht anders sagen - an Schmidt-Menschen schier ein Überfluß herrscht.
Quelle: "Schmidt heißt nicht jeder" von Ludwig Merkle